
Winterkolloquium 2026


Ab diesem Jahr sind bei der Maisaussaat freigelassene Blüh- und Bejagungsstreifen in der Antragssoftware für Landwirte (DIANA) integriert, wie das Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie informiert. Die entsprechend angelegten Schläge werden bei Berechnungen und Kontrollen so behandelt, als handele es sich um ein vollständig mit Mais angebauten Schlag. Dazu müssen diese lediglich mit dem Nutzungscode 177 versehen werden.
Hintergrund des Updates ist die Notwendigkeit der Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände in Sachsen und dem damit verbundenen Maßnahmenkatalog der Freiberger Erklärung aus dem Jahre 2014.
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Weiterführende Informationen:
Mit der Jagd lässt sich bekanntlich kaum Geld verdienen, dafür an anderer Stelle aber umso mehr davon einsparen. In der Praxis ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen. Häufig wird regelmäßigen Einnahmen aus der Verpachtung höhere Beachtung geschenkt, auch wenn diese oft nur einen Bruchteil der Kosten für Verbissschutz und Zäunungen im gleichen Zeitraum decken. Verluste in der Biodiversität durch Entmischung werden dabei pauschal hingenommen.
Das Dilemma: Bei der Verpachtung arbeiten Verpächter und Pächter meist gegeneinander. Der Verpächter möchte den maximalen Geldbetrag bei gleichzeitiger Abwehr von Wildschäden haben – obwohl das doch eigentlich eine zeitintensive Dienstleistung ist. Der Pächter hingegen kauft das „Erlebnis Jagd“. Je teurer der Preis, desto mehr möchte er diese Ausgaben mit einem zahlreichen Wildbestand kompensieren. Ein Teufelskreis.
Der ÖJV sucht in dieser Thematik schon länger nach Alternativen. Viele positive Beispiele machten dabei Schule, wo Ortsbezug der Jägerschaft einem maximalen Pachtpreis vorgezogen wurde. Beispiele, wo die Jäger in die waldbauliche Zielstellung der Eigentümer integriert wurden, anstatt die Jagd rein auf finanzielle Aspekte zu beschränken.
Ein solches Beispiel zeigte vergangene Woche der BR in der Sendung „Unser Land“ im Giltholz Kitzingen. Als die Naturverjüngung dort dauerhaft ausblieb, wurde die Jagd nicht mehr für 9 lange Jahre verpachtet. Anstelle dessen wurden zwei Jäger zur Probe auf 3 Jahre angestellt. Sie zahlen für die Jagd kein Entgelt, sondern erhalten das Wildbret als Entlohnung. Zerlegt und vakuumiert wird es an den Endverbraucher weiter verkauft. Schon ist der Anreiz geschaffen.
Das Ergebnis? Der Verbissdruck ging zurück und der Wald verjüngt sich wieder von alleine. Der Vorsitzende der Waldgemeinschaft und der Revierförster sind zufrieden und verlängerten die Anstellung. Gleichzeitig entwickelte sich ein Paradebeispiel für die nachhaltige Nutzung eines hochwertigen Lebensmittels.
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Link: Videobeitrag Giltholz Kitzingen (BR)
Link: Informationen zur Jagd für Waldbesitzer (Broschüre des ÖJV Bayern)
Touché an Die Welt: Im Artikel „Das mentale Problem der deutschen Jäger“ liefern sie eine tiefgründige und zutreffende Schilderung der aktuellen Wildschadensproblematik bei Schwarzwild.
Vorgeschmack:
Sie wollen nicht zu Schädlingsbekämpfern degradiert werden, was man verstehen kann. Aber sie müssen sich darüber klar werden, dass ihr gesamter Anspruch, als „Fachleute in der Natur“ Wildbestände regulieren zu können, ins Wanken gerät, wenn die Schwarzwildexplosion ungebremst weitergeht bis zum nächsten Seuchenzug der Europäischen oder Afrikanischen Schweinepest.
Ein guter Artikel, dessen beschriebene Problematik auch bei anderen Wildarten direkt ins Schwarze getroffen hätte.